WILHELM OHM - BILDER VOM MEER

Der Maler Wilhelm Ohm (1905 - 1965 ) hat trotz einschneidender Unter-brechungen seiner künstlerischen Arbeit durch Nazizeit und Krieg ein umfangreiches bildnerisches Gesamtwerk hinterlassen. Rainer Zimmer-mann, der sich intensiv mit den Künstlern der "verschollenen Generation" auseinandergesetzt hat, interpretiert ihr Anliegen als Suche nach Wahrheit und kreiert, den Beobachtungen Schmalenbachs folgend, den Begriff des "Expressiven Realismus". Zimmermann bezeichnet damit die deutsche Kunst in den Jahrzehnten um die Mitte des 20. Jahrhunderts, die mit den Mitteln realistischer Malerei, im Bewusstsein der Errungenschaften des Expressionismus und der modernen Kunst, eine "existentielle Antwort" auf die umwälzenden Erfahrungen der ersten Jahrhunderthälfte sucht.

In Ohms Oeuvre nimmt das Thema "Meer" eine zentrale Rolle ein. Zwischen 1946 und 1965 schuf der Künstler zahlreiche Öl- und Temperabilder sowie Pastelle, in denen er immer wieder Eindrücke von Nord- und Ostsee, das Brodener Ufer, Hallig Ohland, Amrum und vor allem Sylt vor Ort und dann anschließend im Atelier umgesetzt. hat.

In den Meerbildern aus der Zeit um 1950 fasst Ohm das "Ewige" der Schöpfung in visionären Kompositionen, großflächig, in ungewöhnlicher Farbigkeit und in kühnen Achsen zusammen. Die schöne Unwirtlichkeit dieser Landschaften schließt den Menschen bewusst aus. Das Expressive der Bilder wandelt sich im Verlauf der fünfziger Jahre zu einer immer differenzierteren Palette und atmosphärischer Gesamtwirkung. Eine Auflösung von Farbe und Licht mündet - trotz rationaler Erwägungen- in Spiegelbilder arkadischer Lebensfreude", die Hans Werner Grohn so treffend als Ausdruck der "musikalischen und bildnerischen Komponente im Wesen des Künstlers Wilhelm Ohm" bezeichnet hat.

Birgit Götting


Von Birgit Götting liegt vor die Monographie: Wilhelm Ohm - das zeichnerische und malerische Werk, mit einem Vorwort von Hans Werner Grohn, Deutscher Kunstverlag, 170 Seiten mit 87 Abbildungen, Euro 51,- und das Werkverzeichnis der Pastelle, mit einem Vorwort von Wilhelm Hornbostel, Deutscher Kunstverlag, 192 Seiten mit 124 Abbildungen, Euro 78.-

Bilder vom Meer