NOVALIS UND DIE MUSIK

Mit dieser Ausstellung erinnern wir an den 200sten Todestag des Dichters (1772-1801).

Novalis hat keine zusammenhängende Abhandlung über die Musik hinterlassen, aber in zahlreichen Schriften und Fragmenten die Bedeutung der Musik hervorgehoben als eines alles verbindenden geistigen Phänomens.

Das kopernikanische Weltbild hatte die Erde aus dem Zentrum des Kosmos gerückt und den Menschen hinausgeworfen aus der physischen und transzendenten Mitte der Schöpfung . Dieser Anschauung von einer dezentralen, in ihre berechenbaren Einzelteile zerfallenen Welt hat Novalis die Vorstellung einer neuen Ganzheitlichkeit entgegengestellt. Der Dichter spricht von einer "Sympathie des Alls", die ihren sinnlichen und geistigen Ausdruck in der Musik findet.

In einer Folge von 20 Bildern behandelt August Ohm das Thema "Novalis und die Musik", nachdem er Novalis' "Hymnen an die Nacht" und als erster "Die Lehrlinge zu Sais" verbildlicht hat (vom Novalismuseum und der Forschungsstätte für Frühromantik in den Jahren 1993 bzw. 1998 in Buchform publiziert).

In seinen neuen Arbeiten nimmt Ohm Musikinstrumente afrikanischer Naturvölker und zum Beispiel auch die klassische Lyra als formale Anregungen auf. Wie in seinen früheren Novalisbildern erscheint oft ein Schleiermotiv, das als bildnerische Metapher über die Welt des Sichtbaren hinausweist.

Neben den Bildern zeigt die Ausstellung ein Environment mit historischen Kostümen und Instrumenten der Zeit um 1800.

Novalis und die Musik