DAS KLEID ALS KUNSTWERK

Meisterwerke in Beispielen von Barok bis heute

Unsere Ausstellung zeigt Meisterwerke der Avantgarde-Mode vom Barock bis heute. Die Mode-Sammlung Ohm umfasst Textilien des 16. und 17. Jahrhunderts, Avantgarde-Mode des 18. und 19. Jahrhunderts, Haute Couture des 20. Jahrhunderts bis zur Vintage-Fashion von heute, Accessoirs, Gemälde und Zeichnungen sowie eine umfangreiche themenbezogene Bibliothek und Bilder-Kartei. Der Bestand der Stiftung Ohm wurde in der Presse als "die umfangreichste kostümgeschichtliche Privatsammlung auf dem europäischen Kontinent" bezeichnet. Tatsächlich hat der Maler und Zeichner August Ohm nie eine zahlenmäßig große Sammlung angestrebt, sondern eher, unter Auslassung von Menge, ausgewählte prototypische Meilensteine der Mode- Entwicklung ausgewählt. Die erste Erwerbung erfolgte durch eine Schenkung von James Laver, dem damaligen Direktor der Kostümabteilung des Victoria und Albert-Museums. Er hatte August Ohm beobachtet, wie er als Schüler tagtäglich in seiner Schausammlung zeichnete. Später erhielt er unter anderem bedeutende Kleider von Paul Poiret aus der Hand von dessen damals hoch betagter Witwe. Ein großer Bereich der Sammlung wurde erstmals 1983/84 unter dem Titel "Kleid und Bild" im Forum des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover, noch unter der Ägide des damaligen Direktors Hans Werner Grohn, ausgestellt. Damit erfüllte sich Ohms lange gehegter Wunsch, Avantgarde-Mode im sinnvollen Kontext und als gleichrangiges ästhetisches und kulturgeschichtliches Phänomen mit Bildender Kunst zu präsentieren. Im Jahr 1986 erwarb die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Kunstsammlungen einen Teil des damaligen Bestands, der heute im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe bewahrt wird. Die sehr umfangreiche verbliebene private Mode-Sammlung wird seit nunmehr dreißig Jahren in kleinen Ausschnitten im Rahmen von Themen-Ausstellungen gezeigt. Sie ist seit dem Jahr 2009 zusammen mit dem künstlerischen Nachlass von Wilhelm Ohm, Arbeiten von August Ohm und einer Sammlung von Meisterzeichnungen von der Renaissance bis zur Moderne in eine gemeinnützige Stiftung übergegangen. Die Sammlung Ohm hat sich zu einem anspruchsvollen Bestand entwickelt, dessen wissenschaftliche und kulturelle Relevanz in der Zukunft eine angemessene öffentliche Dauerausstellung nahe legt.

Birgit Warringsholz