August Ohm - Neue Italienbilder

istituto italiano di Cultura

Mit seinen Werken gelingt es August Ohm, eine ideale Verbindung zu den Großen der Vergangenheit herzustellen, indem er mit einem modernen Blick die Atmosphäre der toskanischen Landschaft einfängt, einer Region, die er - ganz und gar nicht zufällig - für die Zeiten des Jahres, in denen er nicht in Hamburg lebt, zu seiner Wahlheimat gemacht hat. Einerseits also Hamburg, raffinierte Hansestadt im Norden Europas, andererseits die Toskana, nicht minder raffinierte Region der Kunst, die hier, in Eintracht mit der Landschaft, eine unauflösbare Einheit mit dem Sinn für die Schönheit gebildet hat. Zwischen diesen beiden idealen Heimaten bewegen sich die Arbeit und das Leben des August Ohm.

Der Wunsch, in einen Dialog mit der Vergangenheit zu treten zeigt, dass diese noch viel zu erzählen hat. In diesem Sinne werden in der Kunst Augenblicke gegenwärtig, die jedes Mal anders sind, je nach individueller und zeitlicher Notwendigkeit. So gleicht die Geschichte der Kunst häufig einem Spiegel, in dem wir unser eigenes Bild suchen. Wir können es dort auch tatsächlich finden, aber nicht auf eine konsequente Weise, sondern auf indirektere und komplexere Art. Das Bild der Vergangenheit, das wir im Spiegel gesehen haben, hat sich verändert: mal hat es sich nach vorne gedrängt, mal hat es sich erklärt, mal hat es sich zu einem Ritual gemacht, ein anders Mal hat es sich bespöttelt, dann wieder zeigt es sich, wie in den Arbeiten von August Ohm, in Form einer Anspielung: Wir erkennen in seinen Bildern Motive der Renaissance, toskanische Landschaften, aber auch Venedig, und das Werk Botticellis. Aus diesem Spiegel erscheint eine innere Beziehung, die - so könnte man sagen - auf einem Respekt, auf einer Bewunderung und auf dem Wissen über die Antike und ihren Mythen beruht.

Sein künstlerisches Vorgehen in diesem Sinne drängt sich nicht mit einer großen Geste oder mit dem erklärten Willen auf, eine ruhmreiche Vergangenheit in Begriffe zu fassen. Es ist hingegen der Ausdruck eines leisen Respekts für die körperlichen und malerischen Qualitäten der Kunst vergangener Zeiten. Vielleicht irren wir uns nicht, wenn wir in dem gesamten Korpus dieser Arbeiten ein gemeinsames Fundament erblicken, das man als "Streben nach Schönheit" bezeichnen könnte. Die Titel der Bilder, die hier ausgestellt werden, machen die jeweiligen Inspirationsquellen deutlich, und ich bin sicher, dass diese Werke damit sowohl die historische Qualität der italienischen Kunst unterstreichen als auch den Anspruch erheben, dass solche Werke auf einfühlsame und künstlerisch bedeutsame Weise neu gelesen werden können, wie es in den Arbeiten von August Ohm der Fall ist.

Dr. Maria Mazza

nach Agostino di Duccio