30 JAHRE ATELIER OHM

aus diesem Anlass zeigen wir die Ausstellung IM LICHT ITALIENS
Kunst der Renaissance von Botticelli bis Bassano und neue Toskanabilder

Das Atelier Ohm hat sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Zentrum für Kunstfreunde und Sammler entwickelt. Dabei knüpft es an die Tradition der Malerateliers früherer Epochen an, nicht nur dem eigenen Kunstschaffen ein Forum zu bieten, sondern gleichzeitig ein weitgefächertes Themenspektrum zu präsentieren, das universelle Zusammenhänge aufzeigt. Die Spannweite der von August Ohm veranstalteten Atelierausstellungen umfasst neben eigenen Arbeiten und denen seines 1965 verstorbenen Vaters Wilhelm Ohm Bereiche, die von kommerziellen Galerien hierzulande kaum wahrgenommen werden, etwa Illustrationen zur Weltliteratur, Werke der Kostümgeschichte und Avantgarde-Mode, erlesenes Kunsthandwerk sowie Meisterzeichnungen aus fünf Jahrhunderten. Nicht zuletzt hatten August Ohms in bibliophilen Buchausgaben publizierten Illustrationsfolgen zu Flauberts Herodias, Baudelaires "Fleurs du Mal", Rimbauds Gedichten, den "Hymnen an die Nacht" und den "Lehrlingen zu Sais" von Novalis sowie dem Gilgamesch-Epos in der Röntgenstrasse 57 ihre Premiere. Bemerkenswerte Retrospektiven waren den Engländern John Flaxman und George Romney gewidmet, andere dem chinesischen Porzellan und Cloisonné oder dem Thema "Das ideale Image-Schönheitsideale im Wandel". ... Unabhängig von wechselnden Ausstellungen bietet das Atelier Ohm Kunstreisen und Malkurse für einen großen Kreis von Schülern, die vielfach selbst öffentlich hervortreten und kunstpädagogisch arbeiten.

Hanns Theodor Flemming


Die aktuelle Ausstellung zeigt Beispiele italienischer Malerei der Zeit um Fünfzehnhundert bis zum beginnenden Seicento. Darunter sind Werke von Pontormo, Christofano Allori, Francesco Bassano und Artemisia Gentileschi. Die Inspiration der großen Kunst und der Landschaft um Florenz lebt fort in vielen Bildern von August Ohm. Außerdem variiert Ohm in einer Reihe von großformatigen Köpfen den Ausschnitt aus einem Tondo von Botticelli. Die verschiedenen Umsetzungen schärfen unsere visuelle Wahrnehmung und zeigen die Vielfalt von bildnerischen Interpretationsmöglichkeiten. Schließlich stellen Ohms Paraphrasen auf Cellinis Perseus in ihrer Verbindung von antikem Mythos, Renaissance und Gegenwart unsere traditionelle Vorstellung von "Zeit" in Frage.

Birgit Götting

30 Jahre Atelier Ohm