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Laut biblischer Überlieferung bedeckten sich Adam und Eva mit
Röcken aus Fellen. Heute sind Bekleidungsstücke komplexe Designentwürfe
und bedeutende Modeschöpfer haben längst Eingang
in die Museen gefunden. So widmete die Neue Nationalgalerie
Berlin 2007 eine Ausstellung dem Modedesigner Giorgio
Armani. Die großen Kostümausstellungen haben die Mode in
ihren Wechselbeziehungen zur Bildenden Kunst, Literatur, Bühne, Film und zu den gesellschaftlichen wie ökonomischen
Entwicklungen neu gesehen. Mode wird heute als zentraler Ausdruck
des Zeitgeistes begriffen. Selbst der Protest in der Anti-
Mode bestätigt die unausweichliche Stellungnahme zum Modischen.
Kleidung ist ein wesentlicher Teil und zugleich ein Abbild
von Geist und Lebensform des Menschen, der sie trägt.
Der geistige und formale Bezug von neuzeitlicher westlicher
Mode zur Bildenden Kunst lässt sich vor allem am Beispiel
weiblicher Kleidung darstellen. Der männliche Anzug war seit
der Französischen Revolution weitgehend zu einer bürgerlichen
Prestigeuniform erstarrt.
Im 18. Jahrhundert trug man traditionell Kleider nach dem
Stand, in den man geboren war, und nach der Gelegenheit, für
die sie gedacht waren: Festtags-, Trauer-, Tanz- oder Hauskleider.
Das 19. Jahrhundert brachte eine Differenzierung nach tageszeitlichen
Formen, im 20. Jahrhundert bildete sich zudem
eine Unterscheidung nach Alltags- und Freizeitkleidung heraus.
Seit den 1970er-Jahren gibt es eine intensive Auseinandersetzung
der „Hohen Mode“ mit der Straße. Streetwear und Punk,
Trainingsjacken, Piercings, Tattoos sowie dekonstruktivistische
Trash-Kleider bevölkern gleichermaßen die Straße wie die Laufstege
von Paris, London oder Mailand. Trendsetter können heute
sowohl anonyme Discobesucher, Mode-Blogger im Internet
als auch weltberühmte Designer sein. Die Spannung zwischen
Normierung und Brechung der Norm, die gleichzeitige Verwirklichung
und Überwindung eines jeweils idealisierten Menschenbildes
erscheinen als die fortdauernden Impulse der Mode.
So ist eine kostümgeschichtliche Sammlung mehr als ein Dokument
ästhetischer, stilistischer Entwicklungen. In einem historischen
Kleid dokumentiert sich das Lebensgefühl einer vergangenen
Dekade ganz unmittelbar. Die Ausstellung zeigt Kleider
des 18. bis 21. Jahrhunderts aus der Sammlung August Ohm,
unter anderem von Charles Fréderic Worth, Yves Saint Laurent
und Hubert de Givenchy, ergänzt um ausgewählte Gemälde der
jeweiligen Epoche (R. Carriera, J. H. W. Tischbein u. a.). Heute
findet die Kommunikation über Mode im Internet statt. Vorgestellt
wird Nina Windischs bis Mitte 2010 geführtes Modeblog
„kleiderkoeln“.
Im Rahmen der Ausstellung findet zudem ein Workshop zum
Thema Mode für Kinder und Jugendliche unter der Leitung von
Henry Keppler statt. |
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